La Banda de Santiago PDF Drucken E-Mail

La Banda de Santiago de Cuba

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Im 1898, am Ende des Unabhängigkeitskriegs, kommt eine kleine Gruppe von Musikern in Santiago de Cuba zusammen um eine Blechmusik zu gründen. Genau ein Jahrhundert später kommt eine erste CD-Rom der immer noch bestehenden Band heraus...

Die ganze Entwicklungsgeschichte der cubanischen Musik durch die Jahrzehnte lässt sich aus dem Repertoire der Banda ablesen, von den sogenannten Danzones über die Conga, die charakteristische Polonaise der Santiagueros bis zum Son aus dem musikalischen Schatzkistchen des cubanischen Osten, Wiege der Geburt der heute so populären Salsa.

Die Banda Municipal de Santiago gibt ihr erstes offizielles Konzert am 19. September 1900 unter dem Dirigenten Calixto Varona. Schon damals war sie in der Lage, ein breites Repertoire von spanischen Kompositionen, Walzer oder Polkas und nicht zuletzt die Nationalhymne zu präsentieren. Die Banda Municipal ist die zweitälteste Blechmusik Cubas, nach der von Havanna. Aber im 1908 war sie es die den ersten Preis bei einem nationalen Wettbewerb gewann. In ihrer aktuellen Struktur ist sie immer noch fast identisch mit der der Gründerzeit vor einem guten Jahrhundert. Auch mit ihren Harmonien und teils mit ihrem Repertoire ist sie nahe am Musikstil, der die damaligen Freiheitskriege animierte.

Vom 1974-2012 führte der begabte Dirigent Alcides Castillo Peñaver das Orchester. Viele wichtige Persönlichkeiten der cubanischen Musik starteten unter seiner Leitung ihre Karriere in der Banda Municipal oder waren während kürzerer oder längerer Zeit Mitglied der Banda. Auch der legendäre Compay Segundo machte im 1929 als Klarinettisten der Banda de Santiago seine ersten Schritte in die Musikwelt.

Heutzutage ist die Banda bei allen wichtigen musikalischen Ereignissen in Santiago mit von der Partie, sei es bei den diversen Festivals de la Trova oder beim berühmten Carnaval ihrer Heimatstadt wo sie die Congas anführt. Inzwischen werden die Stücke internationaler; spanische, brasilianische oder europäische Elemente kommen hinzu. So wurde kurz nach ihrem Tod am 10. Dezember 1997 die "Petite Cantate" der berühmten französischen Sängerin Barbara bearbeitet und dem Repertoire hinzugefügt. Die "Engel mit ihren Trompeten" liebten Barbara und wollten ihren Beitrag leisten damit sie unvergessen bleibt.

Im 2002 hat sich das Conservatoire National de Région, Lyon, zum ersten Mal über die traditionelle Blechmusik der östlichen Regionen Cubas gebeugt. Zusammen mit dem begabten Arrangeur Ernesto Burgos, der seit 2 Jahren die Direktion der Banda aus Santiago de Cuba übernommen hat, entstanden verschiedene neue Partitionen in der auch Originalelemente der europäischen Blechmusik verarbeitet wurden. Aber schon vor 12 Jahren wurde eine Zusammenarbeit zwischen einerseits die Unterabteilung des CNR: l'Agence Musique et Danse Rhône Alpes, die Banda Municipal de Santiago und verschiedenen französischen Fanfaren angestrebt.

Im Juni und Juli 2003 war die Banda für eine erste Tournée in Frankreich. Dabei wurden kulturelle, aber auch musikologische Lehrprojekte realisiert. Konkret: die Banda spielte viele Male zusammen mit lokalen französischen Fanfaren. Dabei konnten alle Teilnehmer von einander lernen. Der Kulturaustausch hat fantastisch funktioniert, auch schon weil die meisten Musiker bei ihren französischen Musikerkollegen, die als Gastgeber auftraten, untergebracht wurden.

Im Juli 2006 spielte La Banda in Süd-Frankreich in Anwesenheit des berühmten Filmregisseurs Wim Wenders, der La Banda sehr zugetan ist.

Die grossartige Gemeinschaftaktion wurde schon mehrmals während den Sommern 2004, 2005, 2006 und 2007 in Frankreich und Italien wiederholt. Im Sommer 2014 ist wiederum eine Tournée mit - wenn immer möglich - kulturellem Austausch geplant.