Cañambú PDF Drucken E-Mail

Los Soneros del Bambú

http://myspace.com/canambu

Malanga de Cañambú

Im Osten Cuba wächst eine hohe und dicke Bambu-Sorte die weder für die Produktion von Rohrzucker, Rum oder Gesichtcreme benötigt wird oder als Trennwand Verwendung findet. Diese Sorte heisst in der Umgangssprache Cañambu.

Kopie_von_Canambu-102008-3-kleinWenn man weiss, wie musikalisch Cubaner sind, wundert es eigentlich gar nicht, dass in den 40iger Jahren ein talentierter und erfinderischer Musiker mit Namen Ruiz aus der Provinz Santiago de Cuba eine neue Applikation für den Cañambu erfand, nämlich als Musikinstrument! Beim Rohrschneiden hatte er nämlich gemerkt, dass der Cañambu einen schönen Ton von sich gibt. Und Ihm fehlte das Geld um seinen Traum einer eigenen Band zu realisieren!

Zuerst baute er einen Ersatz für den Bongo: eine Konstruktion bestehend aus Bambus-Stäben unterschiedlicher Schnittlängen und beidseitig montiert auf einem kleinen Holzkasten, die beim Bespielen mit dünneren Bambus-stöckchen dem typischen Sound eines Bongo sehr nahe kam.

Als er diese Aufgabe erfolgreich hinter sich gebracht hatte machte er sich an den Bass. Er schnitt ein Bambusrohrstück ohne allzu grossen Nervenbündel und Flecken aus der Mitte der Pflanze auf 2 Metern hinunter. Indem er das Rohr auf dem Boden stampfte und gleichzeitig mit dem linken Hand das Rohr mit kräftigen Schlägen "bespielte" produzierte er einen schweren und tiefen Ton, der ihm allerdings noch nicht befriedigte. Deswegen befestigte er 2 kurze Rohrstücke unterschiedlicher Durchmesser am unteren Ende des grösseren der beiden Röhren. Das Resultat war umwerfend!

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Ein weiteres orginelles Instrument besteht aus einem dünneren Stück Cañambu an dem eine Kuh-glocke befestigt wurde. Das Instrument wird gleichzeitig mit dem Bass und durch den gleichen Musiker bespielt. Die Anfertigung der Maracas war einfacher: einige kurze Rohrstücke, gefüllt mit Frucht- oder Gemüsesamen, die beiden Rohrenden hermetisch verschlossen.

Jetzt war alles fertig für die Gründung des Quintets Cañambu, bestehend aus den 5 Brüdern Ruiz Boza. Viele Jahrgänge Cañambu wurden seit dieser Anfangsperiode angebaut; währenddem die damalige Formation bis zum Septet anwuchs. Die alten Traditionen werden auch heute noch respektiert und die Band arbeitet mit den damals entwickelten Instrumenten, die dem Septet ihren einmaligen und unverkennbaren Sound geben. Die Show mit den primitiven Instrumenten darf sich aber ebenfalls sehen lassen. Die Band ist im östlichen Teil Cubas deswegen sehr beliebt, ist sie doch die einzige in ganz Cuba die ihre Musik so originell vorträgt. Es geht einen ganz besonderen Reiz von diesen einfachen aber würdigen Musikern aus.

Ihr reichhaltiges Répertoire besteht in erster Linie aus Son Cubano Guarachas und Boleros. Dabei fällt die Stimme und die unkompliziert dargebotene Improvisation von Ramón Isaac (Ganador del Concurso de Improvisación en el último Festival del Son en Santiago de Cuba, 2006) besonders auf .

Cañambú trat in Cuba an verschiedenen nationalen und internationalen Festivals auf. Sie machten auch eine erfolgreiche Reise zur Feria Caribeña in Cancun/Mexico und waren zu Gast an einem internationalen Musikfestival in Martinique. Am cubanischen Fernsehen sind sie ebenfalls aufgetreten.Im Frühling 2008 kam dann der Sprung nach Europa wo die Band in 22 Konzerten ihr Talent bewiesen konnte. Die Band gefiel den Event-Verantwortlichen vom Grand Casino Basel so gut, dass es Cañambú gleich für den ganzen Monat Dezember 2008 verpflichtete, zusammen mit 2 professionellen Tanzpaaren.

Alle Musiker der Band wurden in einem kleinen Ort 20 km von Santiago de Cuba, San Luis, geboren und leben immer noch alle im gleichen Ort, gerade neben ausgedehnten Feldern mit Cañambu, dort wo ihre Vorfahren Inspiration fanden und den sie selbst mit leichter Ironie die "Musikfabrik" nennen.

Cañambú und Baila Bambú im Grand Casino Basel, Dezember 2008


Line-up:

Manuel Alemán Guerra

bongo de cañambu

Andrés Cardona Alemán

guitarra, director

Walfrido Isac Alarcón

trés

Pedro Marten Dias

voz y maracas

Miguel Samé Silva

bajo de cañambu

Ramón Suárez Isaac

voz y claves

Antonio Verdecia de la Torres

contrabajo